Joy Disaster
am 26. Februar 2008 im Klex

Ich möchte fast ein Hemd darauf verwetten, dass diese Jungs nochmal richtig groß werden. In absehbarer Zeit spielen sie bestimmt mit Gruppen wie Editors, She Wants Revenge oder The Cure. Die Rede ist von Joy Disaster aus Frankreich, die zwar noch nicht so lange Musik zusammen machen, aber in ihren ersten Songs schon eine Leidenschaft und Genialität beweisen, die an die revolutionäre Attitüde von Bands wie Joy Division erinnern.

Ja, natürlich erinnert der Name Joy Disaster nicht ganz ohne Grund an die legendären Vorreiter Joy Division, deren Frontmann Ian Curtis mit Songs wie Love will tear us apart oder She's lost control unsterblich geworden ist.
Auch bei den Franzosen ist es ein markanter tiefer Bass, der die Hooklines vorgibt. ein irgendwie fester und gleichzeitig brüchiger Gesang, der die Seele berühren kann und ein Schlagzeug, das monoton und doch voller Dynamik pulsiert. Parallelen sind da, doch Joy Disaster sind alles andere als eine Cover- oder Epigonen-Band, sondern lassen viel mehr den Post-Punk mit der Attitüde des 21. Jahrhunderts aufleben..
Und da sie eben wieder die Verbindung von Indie, Goth und Wave herstellen, dachten wir, dass Joy Disaster perfekt ins Greifswalder Klex passen, die schon so manche Indie und auch Wave Band zu Gast hatten.

Doch fangen wir bei der Rückschau des 26. Februars so gegen Mittag an, als die drei Jungs bei uns in Greifswald eintrafen. Als Gastgeber fragt man natürlich, was sie trinken wollen, Kaffee, Tee, Cola, Saft? Unschlüssige Blicke schauen einen unschlüssig an. Dann die Frage, vielleicht Bier? Plötzlich springt ein Funkeln in die Augen aller drei Bandmitglieder und so begann der doch sehr sonnige Tag mit dem ersten Öffnen der Kronkorken. Noch so einige sollten folgen, wobei Bier nicht das einzige alkoholische Getränk des Tages wurde, auch dem Whiskey war der Drummer nicht abgeneigt.
Gut, die Vorbereitungen gemeinsam mit dem Klex liefen gut. Der Sound stimmte auch und die Gäste kamen nach Einlassbeginn ebenfalls. Zwar glaube ich, nur etwa zwei bis vielleicht maximal drei dunkle Gestalten erblickt zu haben, aber dafür bewiesen Indie-Hörer doch ihre Offenheit unbekannten Bands gegenüber. Ich denke, mindestens ein paar Leute empfanden ähnlich wie ich, dass diese Gruppe in einer ganz besonderen Liga spielt, und vielleicht in nicht weiter Ferne zur Speerspitze des Post-Punk werden könnte. Dabei klangen Joy Disaster an diesem Abend doch um einiges punkiger als auf CD, was der Party-Stimmung nun keinen Abbruch verlieh. Besonders warm wurde es dem Schlagzeuger David, nicht zuletzt durch dem besagten Whiskey, und so saß er am Ende des Sets nur noch in der Unterhose hinter den Drums. Barfuss versteht sich.
Das Konzert ging eigentlich fast etwas schnell vorbei, doch danach stand ja auch noch eine Party auf dem Programm. dj pandora hatte eigens für den Abend Unterstützung von dj audioterror, der für die nötige Indie-Mischung sorgte, während die Franzosen das deutsche Reinheitsgebot feierten.

Wie die drei, besonders der Schlagzeuger den Weg in die Koje geschafft, ist eine ganz eigene Geschichte, voll von wundersamen Begegnungen und Irrungen, Wirrungen...

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