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Frankenstein - 24.04.2006
Über ein Jahr ist es nun her, dass ich diese kurze Nachbetrachtung schreibe. Und anfangs überlegte ich, ob ich mich wohl noch an dieses Wochenende erinnern würde. Und ja, diesen Auftritt werde ich wohl so schnell nicht vergessen.
War doch eigentlich eine zweite Band für diesen Abend geplant. The Fright, eine junge Horrorpunk-Kapelle fühlte sich geehrt den Support für Frankenstein zu geben. Wir waren froh, da wir damit das Backline-Problem gelöst hatten, kamen doch Frankenstein aus Amiland und wie so üblich ohne Instrumente (also Schlagzeug, Gitarrenverstärker...). Nun geschah es beim Bühnenaufbau an diesem Tag, dass ich einen Anruf von The Fright bekam, in dem sie mir mitteilten, dass ihnen jemand gesagt hätte, dass Frankenstein nicht kämen. Völliger Schwachsinn sagte ich ihm, waren sie doch bereits auf dem Weg nach Greifswald. Nun gut, ich sagte ihnen, dass sie auch unbedingt losfahren sollten. Das wollten sie auch machen... Um 16 Uhr erfuhr ich, dass sie dies nicht getan hätten und nicht kämen... Puhh, manche verstehen vielleicht, wie uns zu Mute war. Frankenstein könnten jeden Moment kommen, aber wir haben keine Technik. So griff ich panisch zum Telefon und versuchte mein Möglichstes, um irgendwo Technik herzubekommen... Und wie jeder verstehen kann, geben Musiker ihre teuren Sachen nicht einfach so mal raus. Doch ich sollte Glück haben und das Jugendzentrum TAKT verlieh, ganz ausnahmsweise!, mal für einen Abend ihr Drumset. Und da konnte mich auch die Absage eines Kistenmitgliedes nicht mehr stören, der mir seine Hilfe bei der Technikorganisation verweigerte mit dem Hinweis, dass er doch lieber kickere...
Lange Rede (auch wenn das hier nur die Kurzfassung ist!), kurzer Sinn, als Frankenstein dann so gegen 18 Uhr eintrafen, stand alles und der Soundcheck konnte beginnen. Wirklich coole Jungs, die wir schon vorher durch ihren Technik-Rider in unser Herz geschlossen hatten, standen darauf doch für uns erstmalig Zigaretten. Schön! Aber jetzt keine Aufforderung an andere Bands...;-)
Der Abend verlief dann zusehends besser. Die Kiste füllte sich mit gar unterschiedlichen Leuten, die gekommen waren, um zu rocken. Und das konnten sie mit Frankenstein, die als gestandene Musiker einen Goth'n'Roll der Extraklasse mit der gehörigen Portion Witz und Ironie und jede Menge Show, gerade seitens des Sängers "Dave Grave", präsentierten. Das wir echte Stars der Goth-Bewegung auf unserer Bühne hatten, wussten wohl die wenigsten, spielten die Mitglieder doch schon in Bands wie Voodoo Church, Shadow Project, Christian Death, Mephisto Walz, Faith and the Muse etc. In einem wirklich gutem Gig ließen die "alten" Herren das Monster auferstehen, wobei auch jede Menge Alkohol half....
...dessen Konsum sich noch im Anschluss fortsetzen sollte. Am meisten beeindruckte da wohl der kleine Gitarrist, der ein Bier nach dem anderen in sich hineinschüttete! Sein Blut muss definitiv an diesem Abnd sehr schaumig gewesen sein...
Auf jeden Fall bewiesen Frankenstein, dass Goth-Konzerte nicht nur trauriges In-der-Ecke-Stehen bedeuten muss, sondern jede Menge Spaß machen kann.
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