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Faith and the Muse am 10. Oktober 2007
in der Kapelle des St. Spiritus
Vier Jahre ist es her, dass Faith and the Muse auf deutschen Bühnen standen. Vier Jahre, in denen sich für die zwei sympathischen Amerikaner William Faith und Monica Richards einiges geändert hat. Und so machten sie sich auf nach Europa, um nicht nur ihre beliebtesten Songs zu spielen, sondern auch um ihr Ars Terra Projekt zu promoten. Eine Station war Greifswald im äußersten Nordosten Deutschlands. Und ich kann kaum beschreiben wie froh ich war, diese Künstler im Rahmen der Black Box begrüßen zu dürfen. Dabei war ich selbst gespannt, wie nun genau ihre Akustik-Show aussehen wird, hatte ich sie doch vor Jahren in voller Besetzung erlebt und war gerade von ihrer instrumentalen Vielfalt begeistert. Doch eine Band mit so viel Herz und so markanten Stücken sollte auch nur mit einer Gitarre ein unvergessliches Erlebnis werden. Für das richtige Ambiente wählten wir die Kapelle des St. Spiritus, bietet die sanierte Klosteranlage doch gerade für Akustik-Auftritte jede Menge Flair.
Früh kamen die Besucher, die sich nicht nur aus schwarz Gewandeten zusammensetzten. Auch eher alternatives Publikum mischte sich unter die Gäste. Jüngeres und älteres Publikum. Dann betraten Monica im langen Kleid und mit knallig roten Haaren und William im schwarzen Anzug und blondem Iro die Bühne. Sie eröffneten den Abend mit The Silver Circle. Die Besucher reagierten noch recht zaghaft, verteilten sich die Gekommenen eher im hinteren Bereich des Raumes, der anscheinend mehr Leute fassen kann als vermutet, waren doch knapp 90 Gäste anwesend und irgendwie wirkte es dabei eher dezent gefüllt. Dann machte aber einer prompt den Anfang und setzte sich direkt vor die Bühne. Andere Gäste folgten und suchten sich jeweils gute Plätze, um aufmerksam dem Akustik-Konzert zu lauschen. Der begeisterte Applaus wuchs von Lied zu Lied, wobei die Gäste sehr interessiert zuhörten und sich teils verträumt von den Melodien mitreißen ließen.
Zu hören gab es einen Querschnitt durch die lange Geschichte der Band, von Annwyn Beneath The Waves bis The Burning Season, wobei alles getragen wurde allein durch Williams Gitarre und Monicas berauschender Stimme, die auch fast am Ende ihrer Tour noch mit so viel Leidenschaft und Kraft überzeugte. Leider nur kurz gab es einen Hinweis auf ihr Ars Terra Projekt, bei dem die zwei Veganer ein Stück Land kaufen wollen, um gerettete Tiere aufzunehmen und in Eintracht mit Tieren und Natur zu leben. Dabei entschuldigte sich Monica während ihres Auftritts für ihre amerikanische Heimat, mit deren Politik sie alles andere als einverstanden ist. Entsprechender Applaus vom Publikum signalisierte die Unterstützung. Weiter ging es mit Musik, wobei die Protagonisten ein paar Überraschungen im Gepäck hatten. Zwar überließ Faith meist seiner Muse das Mikro, doch dann interpretierte er eindrucksvoll den Chamelions-Klassiker Soul in Isolation. Sie coverte auf ihre charismatische Art den Kate Bush Hit Running Up That Hill und ging weit zurück in ihre Vergangenheit mit einem Song ihrer früheren Band Strange Boutique. William tat es ihr gleich mit Deathwish der legendären Christian Death, bei denen er vor langer Zeit mitspielte.
Nach nur einer Zugabe war der Abend für viele Besucher sichtlich zu früh zu Ende, hätten sie doch noch länger den Klängen Faith and the Muses lauschen können. Umso freudiger die Botschaft, dass sie ein neues Album im nächsten Jahr veröffentlichen wollen, das von einer Tour begleitet werden soll. Vielleicht präsentieren sie dieses ja auch live in Greifswald. Nach dem Auftritt kamen William und Monica zum Merchandise-Stand, um einige Gäste mit Autogrammen und freundlichen Worten glücklich auf den Heimweg zu schicken. Und siehe da, einige Besucher unterhielten sich draußen nicht nur über die eindrucksvolle Darbietung des Abends, sondern auch über das Ars Terra Projekt.
Für uns ging dieses Gespräch noch weiter. Bis spät in die Nacht plauderten wir mit den beiden, die uns dabei Bilder ihrer Tiere zeigten, die sie in einem kleinen Fotoalbum immer dabei haben. So war es am Ende nicht nur der unvergessliche Auftritt von Faith and the Muse, sondern noch viel mehr die Erfahrung solch mitfühlender, ehrlicher Menschen, die einem fast die Hoffnung auf die Menschheit wieder geben könnte oder die Verlogenheit anderer Individuen, derer man zu oft begegnet noch deutlicher zu Tage treten lässt.
Ganz nebenbei war es für ms. pandora noch eine tolle Erfahrung völlig vegan zu kochen und dabei ein absolut vollwertiges Essen zu zaubern. Nochmals Respekt an dieser Stelle dafür!
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