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To Mama - Devilish Presley
am 26. Januar 2008 im Klex
"anything
is possible with rock'n'roll" heißt es bei Devilish Presley
und diese Aussage bringt die Mentalität der zwei Engländer schon
ganz gut auf den Punkt. Und da Jacqui Vixen und Johnny Navarro nicht nur
richtig losrocken können, sondern auch zwei überaus liebe Menschen
sind, zögerten wir keinen Augenblick, Devilish Presley zum zweiten
Mal in Greifswald einzuladen. Zumal ihr erster Auftritt die Gäste
und uns mit viel Begeisterung und dem Wunsch nach mehr zurückließ.
Doch langsam - Devilish Presley gehörten doch erst zum zweiten Teil
des Abends, standen doch an diesem Tag zwei Bands zu Gebote. Back To Mama
aus Leipzig sollten mit ihrem Stoner-Rock den Abend noch abwechslungsreicher
gestalten. Etwas Skepsis war angesichts des eher durchwachsenen Sounds
bei Staubkind dabei, war es doch erst unser zweites Konzert im Klex.
Doch bis zum Soundcheck galt es zunächst eine andere Hürde zu
nehmen, mussten die Bands erst mal ankommen. Das war im Fall von Devilish
Presley nicht so einfach, reisten die zwei doch per Bahn an, die in Züssow
spontan für längere Zeit stoppte. Wartend auf dem Bahnsteig
fiel uns deutlich auf, dass es einfach ein schei... Wetter war, Sturm,
Regen... kein toller Anfang. Naja, nachdem wir auf dem Greifswalder Bahnhof
halb erfroren waren, kamen die zwei dann an und wir sammelten uns alle
voller Hoffnung im Klex. Dort warteten frische warme Zimtschnecken auf
alle, die definitiv die Stimmung erheblich nach oben rissen.
So gingen alle locker an den Soundcheck, der wesentlich besser ausfiel
als vermutet. Kühni - schon an dieser Stelle ein erstes Kompliment.
Das klang vielversprechend. So auch die Musik von Back To Mama, die wenig
später bei ihrem Auftritt bewiesen, dass Stoner-Rock richtig nach
vorne gehen kann. Denn die vier Hallenser griffen in die Gitarrensaiten,
was das Zeug hält und es dauerte nicht lange, bis der kleine Raum
im Klex anfing zu brodeln. Bei diesen Stücken mussten sich die Gäste
einfach bewegen. Zwar war es nicht wirklich voll, aber ein paar Leute
hatten den Weg ins Klex gefunden und wollten feiern. Die passende Musik
dazu gab es auf jeden Fall. Länger als geplant heizten Back To Mama
die Leute richtig an.
Nach nur einer kurzen Pause waren dann die Engländer an der Reihe.
Jacqui und Johnny waren zwar nur zu zweit und hatten anfangs auch etwas
Sorge, ob sie die gute Stimmung von Back to Mama halten können. Doch
die Bauchschmerzen verflogen schnell, als die Leute merkten, dass Devilish
Presley dem Opener um nichts nachstehen und ebenfalls richtig Party machen.
Ein mitreißender Auftritt, der definitv Lust auf mehr machte. (Ganz
nebenbei sei gesagt, dass wir am nächsten Tag nach Rostock fuhren,
wo DP auf der Stubnitz spielten.) Gut, Begeisterung, Jubel, alles wie
es sein soll. Dabei konnte ich feststellen, dass Devilish Presley im Vergleich
zu ihrem ersten Auftritt in Greifswald nochmal um einiges besser geworden
waren. Wow, ich bin nach wie vor begeistert. Und ein wenig fehlen die
Worte, muss man sie wohl einfach selbst live erleben.
Gut, damit war der Abend noch nicht vorbei. Besser gesagt, begann er für
dj pandora an dieser Stelle nochmal richtig, hatte sie sich zwar unter
Mithilfe mancher Black Box Vereinsleute schon den Tag über um das
Catering gekümmert, schwang sie sich jetzt noch hinter das DJ-Pult.
Und nun das zweite Kompliment für Techniker Kühni, der in Windeseile
den Umbau bewerkstelligte, die Instrumente von der Bühne holte und
das DJ-Pult aufbaute. Wow. So gab es zum Abschluss des Abends noch Musik
aus der Konserve, die das tanzwillige Publikum auf die Tanzfläche
zog. Dabei hatte dj pandora sich zwar für rock'n'rolligen Düsterkram
vorbereitet, doch dieser war von den Gästen eher weniger gefragt,
befanden sich doch kaum dunkle Gestalten unter ihnen.
Ein Gast verwirrte mich dann noch am Einlass, als er seine Verwunderung
über den Flyer zum Ausdruck brachte. Er meinte, dass dort zu viel
Text draufstand. Mmh... okey.... Und es seien auch so komische Wörter
drauf gewesen wie... Punk... doppel Mmh meinerseits... doch okey... Aber
Goth komme doch aus dem Punk, meinte ich. Das war dem Gast neu. Interessiert
schien er dann jedoch, lerne ja gerne dazu, wie er sagte. Eine starke
Irritation blieb bei mir trotz des netten kurzen Gesprächs, dachte
ich doch immer, dass sich Goth für Literatur, Wörter und so
interessieren. Schöngeister eben... So verändert sich die Sache
manchmal...
Und das gewisse Begriffe nicht immer die gleiche Bedeutung behalten, war
mir schon öfter aufgefallen. Punk bedeutet heute etwas anderes als
in den End-70ern. Aber eigentlich war das an diesem Abend egal, ging es
einfach um gute Musik und diese ganzen Begriffe sollen doch auch nur Hilfen
sein, Leuten eine Band etwas näher bringen. Als Konsequenz bleibt:
Vorsicht! Schaut auf die Musik und auf die Menschen. Und die waren in
diesem Falle von Back To Mama und Devilish Presley einfach toll, wodurch
sich der Aufwand für den Abend schon mehr als gelohnt hatte, bewies
er doch wieder, warum man das Ganze macht. Denn solchen Menschen trifft
man ansonsten viel zu selten...
ad
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