Ad Mortem Festiamus
mit
Des Teufels Lockvögel
Baltic Sheep Raiders
Fures Saltationum
am 22. August 2008 im St. Spiritus

Ad Mortem Festiamus steht mittlerweile für mittelalterliche Klänge in mittelalterlichem Gewölbe. Und da sich die Kapelle des St. Spiritus als ideal für solche Veranstaltungen erwiesen hat, luden wir im August erneut zum Totentanz. Als Sommerevent sollte es wieder etwas mehr sein, als nur Tanz zur Musik aus der Konserve.

Am liebsten hätten wir das ganze natürlich unter freiem Himmel angeboten, wobei uns jedoch wenige Tage vorher das Umweltamt einen Strich durch die Rechnung machte. Auch wenn die etwas lauteren Klänge bis 22 Uhr verhallt gewesen wären, durfte es nicht open air sein. Nagut, in diesem Fall war es nicht so wild, da sich der Himmel an diesem Tag eh schon am Nachmittag verdunkelte und wenig später der Regen einsetzte.

So eröffnete die Tanzgruppe Fures Saltationum aus Kiel den Abend mit ihren mittelalterlichen Tänzen in der Kapelle. Und da man solche am besten selbst ausprobieren muss, dauerte es auch nicht lange, bis sich weitere Gewandete aus dem Publikum zu ihnen gesellten und sich ebenfalls im Kreis drehten.

Dann wurden die Instrumente ausgepackt und die Baltic Sheep Raiders nahmen Platz auf ihren Stühlen. Bekannte Melodien erklangen: irish, folkig und kraftvoll. Gerade für eine junge Greifswalder Band haben es diese vier Jungs einfach drauf. Schade, dass dies der verorst letzte große Auftritt der Baltic Sheep Raiders gewesen sein sollte. Das Publikum am Abend bewies jedenfalls, dass sich so einige freuen würden, wenn sie in dieser Form wieder zusammenfinden könnten.

Zum zweiten Mal betrat anschließend die Tanzgruppe die Kapelle und fand sofort ihre begeisterten Mittänzer, während sich die restlichen Gäste am Rand des hohen Gewölbes drängten, um aufmerksam die originalen Tänze zu betrachten. Und die sich Bewegenden hatten solch einen Spaß, dass sie noch ein paar Runden auf ihr eingeplantes Programm drauflegten.

Der Raum leerte sich gerade ein wenig, als ich einen pöbelnden und sichtlich betrunkenen Gast zur Räson bringen musste. Er stellte sich als Zechpreller heraus, der zur Strafe einen historischen Text vorlesen durfte. Dominik Wachsmann sorgte so mit seiner szenischen Lesung für einige Schmunzler, zumindest bei denen, die Muse hatten, ihm zuzuhören. Wie ich fand, eine schöne Abwechslung zum musikalischen Programm, das so insgesamt noch mehr mittelalterliches Flair erhielt.

Und dann war es soweit, Des Teufels Lockvögel betraten die Kapelle. Sie mittelalterlichen Musiker gehören vielleicht nicht zur Speerspitze des Genres, aber doch zu den bekannteren Gruppen, die schon seit langer Zeit für originelle Musik und vor allem Shows bekannt sind. Natürlich verlieh Sänger Van Langen der Gruppe viel Profil mit seiner nicht immer nur höffischen Lyrik. Hinzu kam ein manchmal etwas taumelnder Schlagzeuger, der den treibenden Takt angab und eine liebreizende Sängerin, die nicht nur immer wieder die Flöte zur Hand nahm, und mit ihren Melodien das Publikum bezauberte, sondern auch stimmlich dem Herrn von Langen Parolie bot. Die Gäste waren jedenfalls begeistert, was der stetig steigenden Lautstärkepegel bewies. Mit lautenm Geschrei machten die Besucher ihrer Begeisterung Luft. Ich war mindestens ebenso begeistert - eine unbeschreibliche Stimmung.

Für die Unermüdlichen hatten wir im Anschluss noch Musik von der Konserve angeboten, was jedoch nach so einem langen und vollen Programm aus verständlichen Gründen nicht mehr so viele Leute zum bleiben bewog.
Umso erfreulicher fielen die Reaktionen der Ausstellung aus, die wir im Nebenraum präsentierten - Bilder vom Mittelalter-Wochenende Ludwigsburg Anno 1377.

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    Bilder vom Auftritt
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